Von allen Seiten
wurde uns die Region Byron Bay empfohlen und so beschlossen wir, direkt dorthin
zu fahren. In der Nacht hatte es geregnet und der Himmel war noch immer
bedeckt. Es wurde auch nicht besser, als wir uns Byron Bay näherten. Als erstes
fuhren wir zum Leuchtturm, aber da wimmelte es nur so von Touristen, dass wir
gleich wieder umkehrten. Der Leuchtturm ist der östlichste von Australien und
bereits von Lennox Head aus sahen wir ihn leuchten. Das Wetter lud nicht zum
baden oder surfen ein und so schlenderten wir durch die Gassen von Byron Bay.
Irgendwie soll es einfach nicht sein, dass wir mal eine Surflektion nehmen
können...
Weiter ging es auf dem
Pacific Highway nach Coolangatta, der südlichsten Stadt von Queensland, von
dort aus wollten wir die Gold Coast erkunden. Bereits während der Autofahrt
wurden wir immer wieder von Regenschauern heimgesucht. Das verhiess mal wieder
überhaupt nichts Gutes. In Miami checkten wir auf dem Campingplatz ein und wollten
noch eine Joggingrunde drehen, da wir den ganzen Tag noch nicht viel gemacht
hatten. Es regnete in dem Moment nur ganz wenig. Nordwärts joggten wir Richtung
Broadbeach, die Regenfront war bereits im Anmarsch. Wie sollte es auch anders
sein, als dass wir eine riesige Dusche kriegten. Vom Meer her peitschte der
Regen gegen uns. So nass wurde ich noch nie beim joggen. Die Schuhe konnte ich
ausleeren und die Socken auswringen. So hatte ich mir also die Gold Coast rund
um Surfers Paradise nicht vorgestellt. Zwischendurch liess der Regen wieder ein
wenig nach, bevor die nächste „Kübel“ kam. Trotz des schlechten Wetters liessen
wir unsere Sonnenstore runter und genossen das Nachtessen draussen. Das schöne
war, dass es trotz des nasses Wetters noch immer angenehm warm war. Als wir den
Wecker für den nächsten morgen stellen wollten, bemerkten wir, dass wir in
einer neuen Zeitzone waren. Das haben wir irgendwie nicht mitgekriegt und wo
die Grenze lag, müssen wir mal in einer ruhigen Minute nachschauen. Da die Wetterprognosen
sehr schlecht waren, entschieden wir uns, keinen Wecker zu stellen.
Dienstag, 26. Februar 2013
Ostküste von Port Macquarie bis Lennox Head
Port Macquarie
ist ein relativ grosser Küstenort mit extrem vielen Stränden. Als wir die
Beaches suchten, mussten wir jedoch schnell feststellen, dass überall viele
Leute am baden, surfen und sonnenbaden waren. So entschieden wir uns, weiter
Richtung Brisbane zu fahren. Da soll es ja noch etliche schöne Strände haben...
In Woolgoolga
wurden wir denn auch fündig. Nathi packte ihre Schnorchel-Utensilien aus, um
Ausschau nach Fischen etc. zu halten. Doch das Meer wirbelte den Sand auf, so
dass sie nichts erkennen konnte und nach kurzem zurückkehrte. So begnügten wir
uns mit einem Bad im warmen Meer. Sowieso hatten wir das erste mal das Gefühl,
im Sommer angekommen zu sein. Bis jetzt zog am Strand immer ein eisiger Wind
und auch das Meer war kalt. Aber nun war es wirklich wahr, wir konnten bei
Sonnenschein, ca. 30°C Lufttemperatur, einem kleinen Lüftchen im angenehm
warmen Meer baden. Das tat wirklich gut.
Zwischen Yamba
und Angourie gibt es eine Klippe, von welcher verrückte Surfer jeweils von
einer Klippe mit Helm ins Meer springen. Das wollten wir natürlich sehen, doch
leider fanden wir die richtige Stelle nicht und so mussten wir uns mit einigen
guten Ausblicken auf das Meer begnügen.
Der nächste Halt hiess
Lennox Head, wo wir übernachteten. Eigentlich hofften wir, hier evtl. Delfine
sehen zu können, aber natürlich waren keine da. Erst später in der Saison
ziehen sie vorbei, wie uns die Dame an der Rezeption des Campingplatzes verriet.
Montag, 25. Februar 2013
Von Blackheath nach Port Macquarie
Nachdem wir mit
Richi und Beatrice Fotos ausgetauscht hattenJ ging es als erstes zu den Wentworth
Falls. Die Wasserfälle sollen 300 Meter hoch sein und imposant in die Tiefe
stürzen. Einmal mehr hatten wir das Pech, von der falschen Seite her zu reisen
und so fanden wir den richtigen Weg erst nach einer kurzen Erklärung eines
Taxifahrers. Dieser Wasserfall scheint extrem beliebt zu sein, denn wir fanden
kaum einen freien Parkplatz. Nach einem kurzen Fussmarsch zum Lookout konnten
wir wahrscheinlich die obersten 10% des Wasserfalls sehen, nicht gerade ein
beeindruckendes Bild. Von da aus sahen wir jedoch, dass weiter unten ebenfalls
noch ein Lookout sein musste. So entschieden wir uns, ganz unsportlich und mit
Flip-Flop an den Füssen, die ca. 300 Meter auf dem Wanderweg in Angriff zu
nehmen. Vom Rocket Point Lookout hatten wir eine super Sicht auf diesen schönen
Wasserfall, aber ich bezweifle, dass die Wentworth Falls 300 Meter hoch sein
sollen. In Wentworth Falls, so heisst das Dorf, welches nach den Wasserfällen
benannt wurde, stärkten wir uns für die Weiterfahrt. Wir hatten noch eine lange
Stecke vor uns.
Da wir
Stadtverkehr von Sydney umfahren wollten, entschieden wir uns für den
Überland-Weg. So kam es einmal mehr, dass wir einen Fluss per Fähre überqueren
mussten, in Wisemans Ferry. Zum Glück wird die Fähre den ganzen Tag hindurch
betrieben. Damit man auf beiden Seiten nicht lange warten muss, sind sogar zwei
Fähren installiert. Etliche Kilometer fuhren wir auf engen Strassen durch den
Dharug National Park dem Hawkesbury River entlang, bis wir kurz vor Gosford auf
den Freeway einbiegen konnten. Von nun an ging es schneller vorwärts. Nach einer
sechsstündigen Autofahrt mit über 500 Kilometer trafen wir um 22.00 Uhr in Port
Macquarie ein. Natürlich hatte der erste Campingplatz, den wir finden konnten,
bereits geschlossen. Auf jedem Parkplatz, den wir als geeignete
Übernachtungsstelle beurteilten, war gross angeschrieben, dass nirgends
parkiert werden dürfte. So irrten wir auf den dunklen Strassen umher, bis wir
doch noch einen Campingplatz angeschrieben sahen, auf welchem wir übernachten
konnten. Irgendwo zwischen den Eukalyptusbäumen stellten wir unser Motorhome
hin.
Sonntag, 17. Februar 2013
Wanderung um die Three Sisters
Für diesen Tag
war die lange Wanderung rund um die Three Sisters angesagt. Das Wetter war
weniger gut als am Vortag, doch für eine Wanderung schien es ideal zu sein. Der
Einstiegspunkt war in Leura und so fuhren wir die rund 20 km mit unserem
Motorhome zum Parkplatz bei Leura Cascades. Hm, welcher Weg führte uns vom
Parkplatz aus wohl auf den Federal Pass Walking Track? Es war extrem schlecht beschildert,
die Informationstafel war nicht aufschlussreicher und so beschlossen wir, mal
zu den Leura Cascades und den Bridal Veil Falls (die heissen tatsächlich auch
so, wie der Wasserfall am Vortag) zu wandern. Vielleicht war ja unsere
gewünschte Route erst später ausgeschildert. Gleich zu Beginn ging es steil
bergab über Steine und Treppen vorbei an der Leura Cascade bis zu den Bridal
Veil Falls. Hier war dann auch wie erwartet unser Weg, der Federal Pass Walking
Track ausgeschildert. Es ging nochmals ein paar Stufen nach unten, bis wir
gemächlich durch das Tal wandern konnten. Rund um die „Three Sisters“ trafen
wir mehrere Wanderer an und hier waren auch ganz viele Tafeln für all die
verschiedenen Routen aufgestellt. Da wir so tief im Wald war, konnten wir die
Three Sisters natürlich nicht sehen. Weiter ging die Route bis zu den Furber
Steps, wo sie wahrscheinlich eine Zahnradbahn am bauen sind. Auf der Plattform
kommen uns Japaner und Chinesen in Scharen entgegen, die wie wild
fotografierten, uns aus dem Weg stiessen und sowieso den ganzen Platz für sich
beanspruchten. Die nehmen also wirklich überhaupt keine Rücksicht auf andere!
Von dieser Plattform aus hatte man eine ideale Sicht auf die Three Sisters und
so übten wir uns in Geduld, bis auch wir unsere Fotos machen konnten. Da unser
Weg weiter über diese Plattform führte, mussten wir uns ins Gewimmel geben. Etwas
weiter unten war die Talstation der Gondelbahn, die von dem Aussichtspunkt
wieder nach oben aufs Plateau führte. Es hatte riesige Informationstafel rund
um die Area der Gondel, aber wo der Wanderweg weiterführte war fast nicht
ersichtlich. So kam es, dass wir dem ganzen Strudel in die für uns falsche
Richtung folgten. Irgendwo auf dem schönen Holzsteg nach unten waren Arbeiter,
die einen umgefallenen Baum wegräumten. Da fragten wir nach dem Weg Richtung
Golden Steps. Nun waren wir also ca. 10 Minuten in die falsche Richtung
gegangen. Als wir zur Verzweigung kamen, war auch klar, wieso wir die nicht
gesehen hatten. Es war alles andere viel grösser angeschrieben und in all den
Leuten war der kleine Abzweiger nicht auf Anhieb ersichtlich. Nach nur 20
Metern hatten wir wieder unsere Ruhe und konnten zufrieden weiterwandern. In
dem ganzen Auflauf und mit „fötelen“ hatten wir fast eine Stunde Zeit verloren.
Auf dem letzten Abschnitt im Tal durften wir über Bäume und Steine klettern,
der Weg war hier nicht mehr so gut aufgeräumt wie im vorderen Teil. Aber für
uns natürlich kein Problem. Bei der Abzweigung zum Plateau über die Golden
Steps war 800 Meter / 45 Minuten angeschrieben. Wir machten uns aufs Schlimmste
gefasst, doch wir waren erfreut darüber, als wir bereits nach ca. 30 Minuten
oben ankamen. Nun hatten wir aber unser Mittagessen nach ca. 4 Stunden wandern,
verdient. Wir setzten uns im Schatten auf einen Stein. Von nun an war die
Wanderung nicht mehr so spannend. Wir mussten über Katoomba nach Leura zurück
zum Parkplatz und der erste Teil führte einer Strasse entlang, bevor wir bei
den Furber Steps in den Prince Henry Cliff Walk einbiegen konnten. Kurz nach
dem Sceniscender wanderten wir auf eine grössere Strasse zu, auf welcher gerade
ein Maui vorbeifuhr. Das Auto hielt und wir glaubten kaum, wer da ausstieg.
Richie und Beatrice, die wir bei Kurt und in Kalgoorlie getroffen hatten. In
der Zwischenzeit hatten wir ganz andere Routen gemacht und da kreuzten sich
unsere Wege wieder. Wir tauschten unsere Erlebnisse aus, als es plötzlich zu
regnen begann. Wir wollten unbedingt unsere Tageswanderung (planmässig 9 Stunden)
machen und da die Wetterprognosen „shower or two“ hiess, dachten wir, dass es
gleich wieder aufhören würde. So schlugen wir zuerst auch ihr Angebot aus, dass
sie uns zum Parkplatz in Leura führten. Wir plauderten weiter und der Regen
wurde immer stärker. Hm, nun sah es wirklich nicht danach aus, als dass es
gleich wieder aufhören würde zu regnen. So fuhren uns die beiden zurück zu
unserem Motorhome. Eigentlich wollten wir anschliessend zusammen irgendwo ein
Kaffee trinken gehen, anstatt auf der Strasse zu quatschen. Da sie noch keinen
Übernachtungsplatz hatten, nahmen wir sie mit auf unseren Campingplatz in
Blackheath. Mittlerweile war schon halb sechs und so beschlossen wir, zusammen
beim neu eröffneten Italiener in derselben Ortschaft gemeinsam Nachtessen zu
gehen. Es war ein gemütlicher Abend mit einem leckeren Nachtessen.
Freitag, 15. Februar 2013
Wanderung durch den Grand Canyon
Die Sonne schien
uns schon früh morgens ins Gesicht. Das konnte ein perfekter Tag für eine
Wanderung werden. Gleich nach dem Morgenessen fuhren wir los, um im Visitor
Center die Möglichkeiten an Tageswanderungen im Blue Mountains Nationalpark
ausfindig zu machen. Die etwas gestresst wirkende Dame (ob sie verschlafen
hatte) stellte uns mehrere Wanderrouten inkl. ungefährer Zeitangaben vor. Zudem
deckte sie uns mit Kartenmaterial ein. Da auch das Wetter gut bleiben sollte,
entschieden wir uns, an zwei Tagen je eine Wanderung zu machen und auf dem
gleichen Campingplatz zwei weitere Nächte zu bleiben. So fuhren wir ins
Stadtzentrum von Blackheath um Proviant für unsere Wanderungen einzukaufen.
Beim Campingplatz machten wir einen Stopp, um die zwei nächsten Nächte zu
reservieren. Der nette Betreiber gab und da sogar noch Rabatt, weil wir im
ganzen drei Nächte blieben.
Nun konnte es
losgehen! Wir hatten den Grand Canyon Walk vor uns. Vom Parkplatz Govetts Leap
Lookout ging es über eine lange Treppe steil ins Tal bis zu den Bridal Veil
Falls, dem höchsten Wasserfall in den Blue Mountains. Zwischenzeitlich waren
schwarze Wolken aufgezogen, die einen feinen Nieselregen mit sich brachten.
Nach ca. einer halben Minute war der Spuk schon wieder vorbei. Mal auf, mal ab
ging der Weg weiter bis zum Evans Lookout über den Cliff Top Track. Der Geruch
der Eukalyptusbäume war enorm intensiv. Vom Evans Lookout ging es aufs Neue
steil in die Tiefe. Nun waren wir mitten in einem tropischen Regenwald. Wasser
plätscherte über die Steine und die Eukalyptusbäume wichen verschiedensten
Farnen. Immer wieder kamen neue Stufen, die uns in die Tiefe führten. Mit uns
sank auch die Temperatur. Bewegten wir uns für einen Moment nicht, wurde es
kühl. Ein Blick nach oben entlang der steilen Felswände liess uns erahnen, dass
wir bald zuunterst sein würden. Im Tal, auf einem grossen Stein mit Blick auf
ein kleines Bächlein assen wir unser Mittagessen. Wenn die Sonne nicht gerade
schien, mussten wir uns eine Jacke überziehen. Auf dem Stein bekamen wir Besuch
von einer Eidechse. Die verharrte extrem lange auf dem Stein, so dass wir sie
in aller Ruhe fotografieren konnten.
Nach der kurzen
Pause ging es nur noch ein paar Schritte geradeaus, bevor wir uns dem Aufstieg
stellen mussten. In der einen Passage waren Arbeiter daran, neue Steine zu
verlegen, da ein Weg zusammen gestürzt war. So mussten wir extrem aufpassen,
keine nassen Füsse zu kriegen. Der Weg und die Stimmung waren so interessant,
dass uns der Aufstieg fast keine Mühe kostete. Nach ca. 6 Stunden waren wir
wieder beim Parkplatz, wo wir eine Magnum Ego (die mit dem Caramel) aus unserem
Eisfach genossen. Nachdem wir Wassernachschub kaufen gegangen waren, kehrten
wir auf den Campingplatz zurück. Die Sonne schien noch immer und auch die
Temperatur war extrem angenehm. So beschlossen wir, noch eine Runde Beachball
zu spielen, bevor wir den Abend beim Nachtessen draussen ausklingen liessen.
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