Der nächste
Campingplatz auf dem Festland war Victor Harbour. Wir hatten also noch eine
ziemlich lange Strecke zu fahren. Ziel war einmal mehr, kein Tier an- oder überzufahren!
Ohne Zwischenfälle kamen wir dann auch in Victor Harbour an, doch auf den
Campingplatz konnten wir nicht mehr. Die hatten die Türen bereits geschlossen.
Also mussten wir uns für diese Nacht mit einem Parkplatz begnügen. Am anderen
Morgen wurden wir von Fussgängern, die anklopften, unsanft aus dem Schlaf
gerissen.
Freitag, 25. Januar 2013
Kangaroo Island
In Penneshaw
angekommen, rasten wir auf dem Highway direkt nach Kingscote, der Hauptstadt
von Kangaroo Island. Im Visitor Center liessen wir uns die Highlights dieser
kleinen Insel geben. Pinguine, Känguruhs, Seelöwen und Koalas sollte man auf
der Insel nicht verpassen. Da die Natur auf dieser Insel noch so unversehrt
ist, wurde ca. ¾ davon unter Naturschutz gestellt. Im Flinders Chase National
Park gibt es unendlich viele Hikes zu machen. Die Frau im Visitor Center
erklärte uns, dass es eine geführte Pinguin-Tour gibt, man sie jedoch auch
selber finden kann. Das gleiche galt auch für die Seelöwen. Die Tour sei gut,
aber wenn wir nicht viel Geld ausgeben wollten, sähen wir auch welche an einem
anderen Ort. Uns gings nicht mal ums Geld, aber mit den ganzen
Touristenschwärmen die Tiere zu erschrecken ist nicht so unser Ding.:-) Also
entschieden wir uns, alles auf eigene Faust zu erkunden. Auf der Nordseite der
Insel habe es zudem einige schöne Strände. Als erstes machten wir mit all den
Informationen die Planung für die nächsten vier Tage Kangaroo Island. Am
Nachmittag wollten wir Emu Bay und Stokes Bay anschauen. Diese beiden Strände
sind ideal zum baden, da hier das Meer ruhig sei. Als wir an den Strand von Emu
Bay kommen, war mir gleich nicht mehr nach baden, es wimmelte nur so von
Pelikanen, Möwen und Schwänen. Die Tiere mussten dann allerding für ein
Fotoshooting hinhalten, aber die sind Menschen wahrscheinlich so gewohnt, dass
sie sich überhaupt nicht irritieren liessen.
Den Stokes Bay
erreicht man nur durch einen ca. 20 Meter langen, extrem engen Tunnel. Hat man
dieses Hindernis jedoch überwunden, kommt man an einen schönen Sandstrand. Hier
gab es auch keine Tiere mehr und wir konnten uns dann auch ins kühle Nass
stürzen. Der Weg an diesem Tag führte uns bis ans andere Ende der Insel, zum
Flinders Chase Nationalpark. Auf diesem Campingplatz wollten wir zwei Nächte
bleiben. Hm, irgendwas wollte ich doch noch schauen. Ah ja, der Stuhl, kann man
den irgendwie flicken? Naja, leider mussten wir feststellen, dass die eine
Stange gebrochen ist. Da können wir ohne Werkzeug wohl nichts machen. Die einzige Möglichkeit ist, bei der
nächsten Vermietstation vorbeizugehen und den Stuhl tauschen zu lassen, doch
die ist erst in Melbourne. Also müssen wir noch einige Tage ohne einen zweiten
Stuhl auskommen. Zum Glück stand auf diesem Campingplatz irgendwo eine Bank herum,
die wir zu uns schleppten. Während dem Nachtessen bekamen wir besuch von
Kängurus, die nach Essensresten unter dem Tisch suchten, leider vergeblich.
Aber die waren echt süss...
Frühmorgens
gingen wir los, damit wir die Seelöwen-Kolonie am Admirals Arch noch ohne
grossen Touristenansturm geniessen konnten. Von weitem waren die Kolosse kaum
sichtbar, schwarz auf schwarzem Gestein. Erst bei genauerem Hinschauen, sahen
wir sie auf den Felsen faulenzen. Je länger wir hinschauten, desto mehr
entdeckten wir. Auf einem Stein spielten zwei Junge miteinander, während zwei
andere einander ins Wasser stupsten. Wir verweilten einige Zeit dort und
beobachteten das Treiben. Unweit von Admirals Arch sind die Remarkable Rocks.
Steine, die vom Wasser zu komischen Formationen ausgespült wurden. Durch die
eher noch frühe Morgenstunde hatten wir ideales Licht für Fotos. Eine
Touristengruppe hatte die gleiche Idee und plötzlich standen uns 20 Personen
hier und da im Weg. Doch mit ein bisschen Warten brachten wir die gewünschten
Sujets doch noch in den Kasten.
Am Nachmittag
wollten wir uns die Snake Lagoon anschauen. Ich habe keine Ahnung, wieso diese
Lagune so heisst, Schlangen haben wir auf jeden Fall nicht gesehen. Mit dem
Motorhome mussten wir zuerst eine ca. 8 Kilometer lange „gravel Road“
bewältigen. Das Schütteln ist nicht mal das Problem, uns machten eher die
klappernden Teller und Tassen Sorgen. Vom Parkplatz aus führte ein 2 Kilometer
langer Wanderweg zur Snake Lagoon. Wir zogen unsere australischen Wanderschuhe
an, also die Flip Flops und zogen los. Nach nicht allzu langer Zeit mussten wir
dann doch feststellen, dass festes Schuhwerk die bessere Entscheidung gewesen
wäre. Der Weg war ziemlich steinig und hatte auch enge und steile Absätze drin.
Die Snake Lagoon ist ziemlich rau und hat hohe Wellen. Als wir die Füsse
badeten, wussten wir beide, dass wir hier bestimmt nicht baden werden. Das Meer
war eiskalt und zudem windete es wieder heftig. Mit dem Pullover waren wir hier
am Strand. Als es dann auch noch zu regnen begann, traten wir den Rückweg an.
Da noch etwas
Zeit blieb, wollten wir uns den Hanson Bay anschauen. Der ist bekannt für die
vielen verschiedenen Farben und das klare Wasser. An einer Touristentafel sahen
wir ihn auch angeschrieben, aber diese Einfahrt führte nur zum Hansen Bay
Sanctuary. Dafür konnten wir dort Kängurus aus nächster Nähe sehen und
fotografieren. Auf dem Koala Walk suchten wir anfangs vergeblich nach diesen
Bären. Doch die Geduld zahlte sich aus und wir konnten einige entdecken. Da
unser Campingplatz nur ca. 2 Minuten von diesem Sanctuary entfernt war,
entschieden wir, zurück zu fahren und auf unserer ersten Joggingrunde nochmals
vorbeizukommen. Puh, drei Wochen ohne Training, das war hart. Nach der
Joggingrunde gönnten wir uns ein leckeres Nachtessen. Während wir am Tisch sassen,
sah Nathi plötzlich einen Koala, der wahrscheinlich den Baum wechseln wollte.
Er kletterte Richtung Boden. Wie könnte es anders sein, als dass ich just in
dem Moment die Fotos am auf den Computer laden bin. So nah sehen wir
wahrscheinlich keinen Koala mehr. Er kam natürlich nicht ganz herunter, da wir
unter dem Baum standen. Wir liessen ihn dann auch in Ruhe und zogen uns in das
warme innere unseres Motorhomes zurück. Es hatte mal wieder ziemlich
aufgefrischt und gemütlich war es draussen nicht mehr.
Am nächsten Tag
stand lediglich Vivonne Bay auf dem Programm und am Abend wollten wir in
Kingscote Pinguine suchen. In Vivonne Bay fliesst der Harriet River ins Meer.
Auf diesem Fluss machten wir eine gemütliche Kanufahrt. Wir suchten uns, wer
hätte es gedacht, den engsten Seitenarm aus und blieben da stecken. Bäume,
Sträucher und Spinnennetze versperrten uns den Weg. Also gingen wir zurück bis
zur Verzweigung und liessen uns Flussabwärts treiben. Nach zwei Stunden paddeln
gaben wir das Kanu wieder ab. In Kingscote wollten wir auf einem Parkplatz
kochen und anschliessend die Pinguine suchen gehen. Um 17.00 Uhr war dort die
Pelikanfütterung, der wir zuschauten, weil wir gerade da waren. Nach dem
Abendessen machten wir uns am Ufer auf die Suche nach den Pinguinen. Die Frau
vom Visitor Center zeichnete uns ein, wo sie sein sollten, aber wir blieben
lange erfolglos. Es wurde immer dunkler und kälter. Frierend haben wir auf einem
Stein auf Pinguine gewartet. Doch da, plötzlich sahen wir einen Pinguin im Meer
schwimmen. So sicher waren wir uns aber nicht, ob es wirklich einer war. Um
21.30 Uhr bot das Pinguin Center noch Führungen an. Eigentlich wollten wir
dieses Angebot nicht nutzen, aber irgendwie wollten wir die Bestätigung, dass
es tatsächlich einer gewesen war. Also buchten wir die Führung. Wie es so ist,
erzählte sie zuerst viel über irgendwelche Fische und sonstige Meerestiere,
bevor wir die Pinguine suchen gingen. Die Australier wissen also, wie man den
Touristen Geld aus der Tasche lockt. Mit einer roten Lampe ausgerüstet
starteten wir in einer Touristengruppe die Suche nach den Pinguinen. Wir hatten
sogar Glück und haben einige gesehen. Zwei davon waren noch Jungtiere. Nun
können wir sicher sein, dass das im Meer schwimmende Tier ebenfalls ein Pinguin
war.
Da die Tour in
Kingscote war, stand uns noch der Weg nach Penneshaw bevor, bei Nacht. Uns war
beiden nicht ganz wohl dabei, aber in Penneshaw hatten wir bereits eine Nacht
auf dem Campingplatz gebucht. Also eigentlich unfreiwillig, denn die Fähre
hätte mehr gekostet, wenn wir die Buchung nicht gemacht hätten. Auf dem Weg wurden
wir uns nun bewusst, wieso so viele tote Tiere an den Strassenrändern lagen.
Etliche Kängurus, von klein bis gross haben die Strasse überquert. Immer wieder
mussten wir eine Vollbremse einlegen. Die Fahrt haben wir jedoch ohne
Zusammenstoss überstanden.
Am letzten Tag
auf Kangaroo Island besuchten wir die Eucalyptus Destillerie. Diese Destillerie
produziert 30% des Eucalyptus-Öles von Australien. Die Leute da sind extrem freundlich
und das erste Mal erfuhren wir, dass nicht alle Australier auf das Geld von
Touristen aus sind. Die Tour ist extrem günstig (das ist sonst überhaupt nicht
so) und man bekommt extrem viele Informationen. Da sie dort auch noch eine
Weindegustation von einem Weingut in ihrer Nähe haben, probierten wir uns durch
und kauften am Schluss drei Flaschen. Nun können wir zu unseren leckeren
Abendessen auch noch Wein geniessen. Wir hatten immer noch Zeit zur Verfügung,
da unsere Fähre erst um 19.30 Uhr ablegte. Wir dachten, dass American River
noch etwas zu bieten hatte, doch dieser Abstecher hatte sich überhaupt nicht
gelohnt. Wir kehrten ohne Halt um und entschlossen uns, auf dem Weg nach
Penneshaw noch das Weingut Sunset Wines anzuschauen. Von da aus hatte man eine
fantastische Aussicht auf die Bucht von Penneshaw und die andere Seite,
American River.
Auf dem
Parkplatz von Penneshaw kochten wir uns etwas kleines, bevor Fähre nach Cape
Jervis ablegte. Auf der kleinen Insel haben wir es doch geschafft, knapp 500
Kilometer zu fahren.
Dienstag, 22. Januar 2013
Adelaide
Pünktlich um
7.20 Uhr sind wir am 15. Januar 2013 nach etwas mehr als 2'000 mit dem Zug gefahrenen
Kilometer in Adelaide angekommen. Endlich mal wieder die Beine vertreten, das
tat gut. Am Schalter in der Ankunftshalle erkundigten wir uns nach einer guten
und preisgünstigen Bleibe für eine Nacht. Das City Park Motel befindet sich
unweit vom Stadtkern entfernt. Der Taxi-Bus brachte uns hin. Nach zwei Wochen
reisen wissen wir nun, dass man an die besten Informationen und Stadtpläne
kommt, wen man Leute fragt. Also fragten wir den freundlichen Mann an der
Rezeption, was man in zwei Tagen sehen sollte. Er empfahl uns, im Adelaide
Central Markets Frühstück zu essen. Zudem hat Adelaide einige interessante
Strassen mit vielen Speiselokalen, eine Shopping Mall, das grösste
Aboriginie-Museum sowie einen Strand, Glenelg.
In neuer Frische
machten wir uns später auf den Weg zum Central Markets. Was uns da erwartete,
war echt toll. Es roch nach frischem Brot und Kaffee. Um uns einen Überblick
über das Angebot zu verschaffen, erkundeten wir alles. Zwischen Fisch, Fleisch, Käse und Bäckereien
waren Stände mit riesigen frischen Früchten und Gemüsen ersichtlich. Da wollten
wir uns dann für unsere Weiterfahrt am anderen Tag eindecken. Aber erst mussten
wir mal wieder unsere leeren Bäuche füllen. Im Café Zuma gönnten wir uns ein
ausgiebiges Frühstück mit Toast, Eier und Müesli. Im Anschluss schlenderten wir
durch die uns genannten Strassen. Adelaide ist im Verhältnis zu den anderen
australischen Städten eher klein, dafür aber umso charmanter. Es gibt viele
gute Restaurants und für jeden Geschmack ist etwas dabei. In der Rundle Mall gingen
wir auf Shopping-Tour, doch leider ohne Erfolg. In der Fussgängerzone gibt es
extem viele Strassenkünstler.
Mittlerweile
waren wir schon seit 10 Tagen in Australien und noch nie im Meer. Das sollte
sich nun ändern. Adelaide hat mit Glenelg einen wunderschönen Strand, mit
netten kleinen Restaurants, die die Strasse zum Strand säumen. Den Rest des
Nachmittags hatten wir da verbracht. Am Abend gönnten wir uns das Nachtessen in
einem Restaurant in Glenelg und den Sonnenuntergang bestaunten wir
anschliessend mit einem Glas Wein und einem Cocktail direkt am Strand.
Am zweiten Tag
wollten wir den botanischen Garten mit dem Glaushaus besuchen, von welchem die
Zugbegleiter im Indian Pacific so geschwärmt hatten. Es war so heiss an diesem
Tag, dass wir den Schattenplätzen gefolgt sind und bereits nach kurzer Zeit den
Park verliessen. Im City Park Motel durften wir unser Gepäck deponieren, also
kehrten wir dorthin zurück. Der Inhaber des City Park Motel hat uns extrem
viele gute Tipps zu Adelaide und auch Kangaroo Island gegeben und meinte, dass
wir dafür für sein Motel Werbung machen sollten. Darum ist es hier so oft
aufgeführt. Ich mache aber auch gerne Werbung, wir hatten ein tolles, sauberes
Zimmer, freundlicher Service, Internet, und das Motel ist rund um die Uhr
geöffnet. Der Herr hat für uns sogar an einer Velovermietstation angerufen und
die nötigen Informationen eingeholt.
Unser nächstes
Ziel hiess einmal mehr Vermietstation von Maui. Das bestellte Taxi fuhr uns
direkt dorthin. Nun konnten wir unseren Luxus-Camper in Empfang nehmen. Nebst
dem Camper mieteten wir noch einen Camping-Tisch sowie zwei Stühle dazu. Man
lernt schliesslich immer dazu. In Perth hatten wir keine zusätzlichen Stühle
und so konnten wir nur im Camper drin essen. Das wollten wir in Zukunft
natürlich nicht mehr so haben.
Mit dem
Motorhome begaben wir uns mitten ins Stadtgewimmel. Wir wollten im Central
Markets schliesslich noch für die nächsten paar Tage einkaufen gehen. Wir
konnten uns fast nicht entscheiden, welche Früchte und Gemüse wir kaufen
sollten. Allzu viel Platz haben wir im Kühlschrank ja doch nicht. In der
Rush-Hour verliessen wir die Stadt Richtung Süden.
Da wir am
nächsten Tag bereits um 9.00 Uhr auf der Fähre in Cape Jarvis sein mussten,
suchten wir uns einen Campingplatz, der möglichst nahe bei der Fährstation lag.
Nach ca. 2.5 Stunden Fahrzeit kamen wir auf dem Campingplatz Second Valley an.
Meerblick hatten wir leider nicht, aber nach einem kurzen Fussweg lag eine
schöne Bucht vor uns. Wir liessen es uns nicht nehmen, auf die Steine zu
kraxeln und von dort aus den Sonnenuntergang zu geniessen. Das erste mal
konnten wir gemeinsam draussen unser Nachessen geniessen. Wir stellen den Tisch
auf, den einen Stuhl und ach mist, der zweite Stuhl war kaputt. Da es bereits
finster war, mussten wir bei Tageslicht schauen, was das Problem ist.
Dienstag, 15. Januar 2013
Kalgoorlie
Als wir in
Kalgoorlie ankamen, regnete es mal wieder aus Kübeln. Langsam beginne ich mich
zu fragen, was genau wir falsch machen, dass wir ständig im Regen sind. Bis
Freitag hatten die Kalgoorlier nie Regen gesehen und 45°C aushalten müssen.
Ein Taxi brachte
uns ins Backpackers von Kalgoorlie. Das ältere Ehepaar, welches das Backpackers
führt, gibt uns ein paar Tipps, was in Kalgoorlie sehenswert ist und dass es
eine gute Pizzeria gibt, die wir unbedingt probieren sollten. Nachdem wir uns
in unserem 4-er Zimmer eingerichtet hatten, zogen wir mit Schirm und Regenjacke
los. Es hatte riesige Bäche auf der Strasse, dass wir zum Teil nicht mal die
Strasse überqueren konnten, ohne nasse Schuhe zu kriegen. Die Autofahrer hatten
ihren Spass an dem vielen Regen und so mussten wir an jeder Kreuzung weit genug
zurück stehen, wenn wir nicht noch von den vorbeibrausenden Autos bespritzt
werden wollten.
Mittlerweile war
es 16.00 Uhr und alles, was interessant sein konnte, hatte bereits seine Türen
geschlossen. Beim Museum erkundigten wir uns, ob sie am Sonntag auch offen
haben werden, da uns dies als eine vernünftige Beschäftigung bei Regenwetter
erschien. (Im Backpackers haben sie uns gesagt, dass auch der Sonntag wieder
nass sein wird.) Wir entschieden uns, im Western Saloon (im Hotel Exchange) etwas
trinken zu gehen. Dort begegnen wir zwei bekannten Gesichtern, Richi und
Beatrice, die wir bei Nigg’s getroffen hatten. Die beiden sind von Esperance
nach Kalgoorlie gefahren und werden noch eine weitere Woche mit dem Motorhome
im Südwesten unterwegs sein.
Von zwei
Einheimischen haben wir erfahren, dass der Western Saloon das dritt
gefährlichste Pub von Australien sei. Es gäbe da relativ oft Schlägereien. Zum
Glück war erst 18.00 Uhr.:-) Als wir später endlich die uns empfohlene Pizzeria
fanden, war diese leider geschlossen. Nach kurzer Weitersuche hatten wir doch
noch ein Restaurant mit guter Karte gefunden.
Am Sonntag
besuchten wir als erstes das Visitor Center und erkundigten uns dort nach
weiteren Beschäftigungsmöglichkeiten ausser dem Museum. Wir mussten uns in
Kalgoorlie den ganzen Tag bis 01.20 (dann fährt der Zug nach Adelaide)
vertreiben. Sie empfahlen uns die Bordello Tour, welche wir dann auch buchten.
Vorher gingen wir jedoch wie geplant noch ins Museum, welches interessante
Informationen zur ganzen Goldminen-Industrie zu bieten hat. Eigentlich gäbe es
auch die Möglichkeit, eine Mine anzuschauen, doch aus irgendwelchen
umwelttechnischen Gründen ist die Mine für Touristen seit gut einem Jahr geschlossen.
Kalgoorlie hat
eine geschichtsträchtige Bordell-Industrie und ist dafür in ganz Australien
bekannt. In der Hay Street (und nur in der Hay Street, die haben also ganze
Häuser gezügelt) galten andere Regeln als sonst wo in der Stadt und wer sich nicht daran
hielt, Frau oder Mann, musste die Stadt verlassen. Die Prosituierten durften nicht
in der Stadt wohnen, sondern hatten ein separates Hotel ein wenig ausserhalb
der Stadt. Heute ist es nicht mehr ganz
so, und Bordelle sind in der Stadt verteilt und funktionieren wahrscheinlich
wie überall auf der Welt.:-) (So genau weiss ich das jetzt auch nicht.)
Inzwischen hatte
es zu regnen aufgehört und wir schlenderten durch die Gegend. Kalgoorlie
erinnert mich ein wenig an einen Ort, der im Wilden Westen der USA sein könnte.
Rundherum einfach Wüste und eher schmuddelige und heruntergekommene Gebäude, Auch
die Wohnhäuser sehen ziemlich verwittert aus. Auf unserem Stadtspaziergang
sahen wir das erste mal Aborigines.
Südwest-Rundreise
Australien
hat also doch nicht so viel W-LAN, wie ich das vermutet hätte. Darum kann ich
euch auch erst jetzt einen Reisebericht vom Südwesten schreiben.
Am 7.
Januar holten wir in der Früh unser Motorhome beim Vermieter Maui ab. Dann ging
es durch den Stadtverkehr auch schon los nach Fremantle. Was wir dort wollten,
wussten wir zu Beginn unserer Reise auch noch nicht so genau. Im Reiseführer
sahen wir, dass die Möglichkeit bestand, ein Gefängnis anzuschauen, das bis
1991 in Betrieb war.
Wer in
diesem Gefängnis war, hatte wahrscheinlich etwas sehr schlimmes verbrochen. So
genau wollten wir das auch nicht wissen. Interessant zu wissen ist, dass die
Mauern aus Sandstein gebaut wurden und dadurch extrem zerfallen aussehen.
Erwähnenswert ist auch die Tatsache, dass bis 1991 die Zellen über keine
sanitären Anlagen verfügten. Die zu Beginn gebauten Leitungen mussten abgehängt
werden, da sich eine Renovation nicht gelohnt hätte. Hm, und da war noch die
Information, dass die Insassen bei brütender Hitze und klirrender Kälte im
Gruppenhof ausharren mussten. Als wir in einem Hof standen, war es ca. 35°C
heiss, und glaubt mir, ich suchte den Schatten, auch wenn wir nur ca. 5 Minuten
dort standen. Auch in Australien gab es die Todesstrafe; 45 Personen wurden im
Gefängnis von Fremantle erhängt. Den Raum konnten wir anschauen und es ist also
nicht so, wie wir es aus den Hollywood-Steifen kennen; der Exekution durften
keine Angehörige beisitzen. So, nun wieder zu den schönen Dingen, die der
Südwesten zu bieten hat.:-)
Auf
dem Weg nach Dunsborough machten wir einen Stopp in Rockingham, wo wir unseren
ersten Grosseinkauf für die nächsten paar Tage erledigten. Bis nach Dunsborough,
bzw. Yallingup, unserem ersten Etappenziel, war noch eine lange
Stecke. Wir wollten zu Kurt und dachten eigentlich, dass wir sein Haus ohne
Probleme finden würden. Nach einem Telefonanruf kam uns aber dann Tim holen. Es
war noch eine relativ lange Stecke bis zu Brushwood Brook und es ist also
tatsächlich schwierig zu finden. Bei Nigg's waren noch andere Schweizer (Richi
und Beatrice) auf Besuch, die im Moment auch eine Tour durch Australien machen.
Unser Motorhome durften wir im Garten stehen lassen und dort übernachten. Kurt
bot uns an, am anderen Tag die Region Yallingup mit dem Nationalpark und den
schönen Stränden zu zeigen. Die Konsequenz war allerdings, dass wir um 6.00 Uhr
losfahren mussten. Höchste Zeit also für Nachtruhe. Als willkommene Abkühlung
nach dem heissen Tag nahmen wir noch ein Bad im Naturteich. Herrlich!
Wie
abgemacht, fuhren wir am anderen Tag zum Cape Naturaliste. Von da aus
unternahmen wir eine Wanderung. Die Sonne brannte schon heiss. Die Landschaft
ist nach einem Brand (vor ca. 2 Jahren) wieder viel bewachsener als vorher und
so mussten wir die Route abändern. Von einem Beobachtungspunkt aus sollte man
Wale beobachten können, doch leider befinden sich in der aktuellen Saison die
Wale in anderen Meeren.
Später
fuhren wir zum Eagle Bay und Bunkers Bay, den beliebtesten Badestränden der
Einheimischen. Durch ihre nördliche Lage sind sie sehr ruhig und haben kaum
hohe Wellen. Ganz anders die Westküste. Dort ist das Meer rau und ein richtiges
Surferparadies (nur für Könner).
Am
Nachmittag wollten wir die Umgebung von Margaret River erkunden. An der Caves
Road (der Touristenstrasse) gibt es etliche Tropfsteinhöhlen. Nigg's empfahlen
uns, die Mammoth Cave, die grösste der Höhlen mit einer Tiefe von ca. 500
Meter und einer Höhe von ca. 60 Meter zu inspizieren. Die kalte Höhle war
eine wohltuende Abwechslung zu der drückenden Hitze draussen.
Auf
dem Rückweg machten wir einen Stopp in Margaret River. Obwohl da extrem viele
Touristen sind, hat das Dorf das ländliche Flair behalten können. Die hohen
Preise in den Surfläden deuten allerdings auf die vielen Touristen hin.
Da wir
bis anhin die schönen Sonnenuntergänge verpasst hatten, wollten wir uns zu
gegebener Zeit an den Strand setzen. Wie könnte es aber anders sein, als dass
der ganze Himmel mit Wolken überdeckt war und wir die Sonne nur so erahnen
konnten. Eine Stunde später riss die Wolkendecke auf und wir kamen doch noch in
den Genuss eines Sonnenuntergangs an einer der beliebtesten Feriendestination
der "Perther". Später begaben wir uns mit dem Motorhome wieder in den
Garten von Brushwood Brook.
Am 9.
Januar stand der Gloucester National Park auf dem Programm. Auf dem Weg dorthin
sahen wir eine Werbetafel für den Bedeelop Waterfall. Was wir vorfanden, glich eher einem Rinnsal. Es
war kaum Wasser vorhanden. Wahrscheinlich hat es hier in einer anderen Saison
mehr Wasser. Nach einer kurzen Esspause ging es dann weiter zum Gloucester
Tree. Ein 60 Meter hoher Baum, den man mit einer Leiter aus Armierungseisen bis
in die Krone besteigen kann. Der Ausblick von da ist grandios. Man sieht über
den riesigen Nationalpark hinweg.
Der
Abstecher nach Manjimup hatte sich nicht wirklich gelohnt; ein kleines Dorf, in
welchem kein Kaffee geöffnet war. Auch das Touristenbüro hatte keine passenden
Informationen für uns. In Munjimup gäbe es Trüffel, aber natürlich ist zur Zeit
nicht Saison.
Später
suchten wir einen Campingplatz am Meer. Doch das war gar nicht so einfach, der
einzige Campingplatz am Meer ist für Motorhomes nicht erreichbar. Uns blieb
also nichts anderes übrig, als weiter zu suchen. Kurz vor Walpole, am Nornalup
Inlet fanden wir dann ein Plätzchen. Das erste Mal, dass wir unseren Grill,
bzw. die ganze Küche auch wirklich benutzen konnten.
Weiter
ging es am nächsten Tag Richtung Albany mit einem Zwischenstopp in Denmark. Wir
wollten mal noch im Meer baden gehen, aber ihr glaubt es kaum, wir waren mit
dem Pullover am Strand, es war so kühl. Wir können uns fast nicht vorstellen,
was ihr in den Nachrichten hört! Aber vielleicht ist der Osten betroffener von
dieser Hitzewelle als der Westen...
In
einem Touristenbüro in Denmark liessen wir uns beraten, was in der Umgebung
sehenswert ist. Sie empfahlen uns die Touristenroute rund um Denmark, von
wo aus man eine schöne Sicht über Reben, Wälder und das Meer hat. Zum Rundweg
gehört auch der Abstecher zum William Bay. Ein wunderschöner Strand mit fast
weissem Sand, das Meer mit verschiedenen Blau's und eindrücklichen
Steinformationen. Der eine Stein sieht aus wie ein Elefant. Da uns auch
der Oceans Beach empfohlen wurde, machten wir dorthin einen Abstecher. Die
Bucht liegt hinter Felsen verborgen und das Meer spiegelt sich auch hier in
verschiedenen Blautönen. Doch zum baden ist es uns echt zu kalt. Die
Aussentemperatur war ca. 23° C und es war windig.
Das nächste Ziel
hiess wieder Campingplatz finden. Da wir am anderen Tag wieder zurück nach
Perth mussten, wollten wir möglichst nahe von Albany sein. Der Weg würde schon
so anstrengend genug werden. In der Region Albany gibt es genau einen
Campingplatz, der ausserhalb von Albany im „Princess Royal Harbour“ liegt.
Am 11. Januar hatten
wir nur ein Ziel, um 14.00 Uhr in Perth zu sein, damit wir pünktlich unser
Motorhome abgeben konnten. Es lag ein ca. 500 km langer Weg vor uns. Bereits
vor 8.30 Uhr zogen wir los. Zu Beginn hatten wir das Gefühl, dass wir viel zu
früh da sein werden, doch es täuschte, wir waren genau pünktlich. Noch bei der
Vermietungsstation fragten wir an, ob sie ein Hotel kennen, das möglichst nahe
von East Perth liegt. Von da aus mussten wir nämlich am nächsten Tag um 7.10
Uhr nach Kalgoorlie losfahren. Diese Station ist so abgelegen, dass es keine
Hotels in der Nähe gibt, also entschieden wir uns für ein günstiges mitten in
der Stadt, dem Criteriton.
Als ersten
wollten wir uns die Tickets für die Zugfahrt organisieren. Wir waren echt
überrascht, als sie uns sagten, es gäbe nur noch wenige freie Plätze. Aber wir
hatten Glück und es gab noch welche nebeneinander. Damit wir für die lange
Zugreise (7 Stunden bis nach Kalgoorlie) gerüstet sind, gingen wir in einen
Supermarkt einkaufen. Auch ein TomTom legten wir uns noch zu, damit wir uns im
Osten besser zurechtfinden als im Westen.
Auf der Suche
nach einem Restaurant für das Abendessen stiessen wir im Reiseführer auf das
Annalakshmi, angeblich sollte das nichts kosten. Dazu hatte es noch eine
wunderschöne Lage am Swan River. Uns nahm Wunder, wie das wirklich
funktioniert, also stellten wir uns schon vor der Eröffnung vor den Eingang. Es
hatte schon etliche Personen da. Es gibt ein Buffet, an welchem verschiedene Sorten
Reis, Kartoffeln, Saucen, Salat und Gemüse angeboten werden. Jeder Gast kann
sich da selber schöpfen. Auch das Getränk kann selber geholt werden. Beim
Ausgang kann dann jeder Gast selber entscheiden, wie viel er bezahlen möchte.
Ich frage mich noch immer, wie dieses Konzept so funktionieren kann. Aber
interessant zu wissen, dass es so was tatsächlich gibt.
Bereits um 5.00
Uhr mussten wir am 12. Januar 2013 aus den Federn, damit wir sicher rechtzeitig
bei der Station East Perth waren. Im Hotel sagten sie uns, dass wir mit
mindestens 30 bis 45 Minuten Fahrzeit rechnen sollen. Nach sage und schreibe 7
Minuten stiegen wir bei der Station East Perth wieder aus und mussten die Zeit
bis zur Abfahrt totschlagen. Unterwegs nahmen wir zur Kenntnis, dass es wieder
zu regnen begonnen hatte. Die 7-stündige Zugfahrt verging wie im Fluge.
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