Trudi empfahl
uns, Phillip Island anzuschauen, die kleine Insel sei einfach schön und es habe
da Zwergpinguine. Eigentlich sahen wir Pinguine bereits auf Kangaroo Island,
aber wer weiss, vielleicht sahen wir hier noch mehr in freier Natur. Ein Freund
von Phil hat am Smith Beach auf Phillip Island eine Surfschule, wir sollten uns
da für eine Lektion melden. Am Smith Beach hätte es in der Regel gute Wellen.
Und so fuhren wir gegen Mittag los. Auf Phillip Island steuerten wir zuerst die
Surfschule an, aber wir waren einmal mehr zu spät. Es gab bereits keine
Lektionen mehr und so fuhren wir nach Cowes, der grössten Stadt der Insel. Viel
war da nicht, ausser ein paar Souvenir-Läden und Kaffees. Wir entschieden uns,
auf der Insel zu übernachten und so suchten wir als nächstes den Campingplatz
auf, damit wir sicher noch einen Platz hatten. Später machten wir uns auf den
Weg zu „The Nobbies“ Dort lebe eine grosse Seebärenkolonie. Mir war noch immer
nicht klar, was der Unterschied zwischen einem Seelöwen und einem Seebären ist.
Naja, vielleicht finden wir das ja da heraus. Als wir ankamen, trafen wir auf
ein riesiges Touristencenter mit Kaffee und Informationstafeln über diese
Seebären. Aber die Bilder sahen genau gleich aus, wie die Seelöwen, welche wir
auf Kangaroo Island gesehen hatten. Wahrscheinlich gibt es gar keinen
Unterschied.:-) Sobald wir mal wieder für längere Zeit Internet haben sollten,
werden wir das bestimmt nachschauen.
Vergeblich suchten wir die
Steine nach Seebären ab. Dafür sahen wir dem Ufer entlang Pinguin-Häuschen und
siehe da, einige waren bewohnt. Da hatte sich dieser Ausflug auch schon
gelohnt. Nur wenige Minuten von „The Nobbies“ entfernt, ist die Penguin Parade.
An diesem Ort sollte man sehen, wenn die Pinguine zurückkommen und zu ihren Nestern
watscheln. Wie könnte es anders sein, als dass man für dieses Spektakel viel
bezahlen musste. Da wir bereits Pinguine gesehen hatten, verzichteten wir auf
diese Führung mit hunderten von Touristen. Ein riesiger voller Parkplatz davor
deutete auf eine grosse Anzahl hin. Und so fuhren wir zurück zum Campingplatz.
Freitag, 15. Februar 2013
Sorrento
Wir
übernachteten in Queenscliff, damit wir am anderen Tag nur noch einen kurzen
Weg zur Fähre hatten, welche uns von da aus nach Sorrento bringen sollte. In
Sorrento lebt eine Patientin von Nathi mit ihrem Mann, die wir besuchen
wollten. Am Terminal holten die beiden uns ab. Als erstes ging es zu ihnen nach
Hause zum Lunch. Trudi und Phil leben in einem schönen, grossen, geräumigen
Haus versteckt zwischen Bäumen. Am Nachmittag unternahmen sie mit uns einen
Ausflug zu den schönsten Aussichtspunkten der Mornington Peninsula. Auf der
einen Seite der Halbinsel befindet sich der Ozean und auf der anderen der Port
Phillip Bay. Phil ist selber Surfer und erklärte uns mit voller Begeisterung,
auf was es ankomme, welche Wellen man nehmen kann und welche nicht, wie der
Wind sein sollte, damit die Wellen gut sind, etc. Phil stellt selber
Surfbretter für Quicksilver her und hat in der Zwischenzeit eine eigene Marke.
Er geht jeden Morgen zu den Aussichtspunkten schauen, ob der aktuelle Tag zum Surfen
etwas sein könnte. Der weiss wirklich viel, surft er doch schon ca. 50 Jahre. Das
Abendessen holten wir uns in einem Fish & Chips Laden, der sei extrem
beliebt. Eigentlich war der Plan, dass wir am einen Aussichtspunkt essen gehen,
doch der Wind war so kalt und heftig, dass wir in unserem Motorhome essen
mussten. Da wir so luxuriös eingerichtet sind, konnten wir den beiden sogar
Wein zum Nachtessen anbieten. Die waren also echt begeistert. An diesem
Aussichtspunkt übernachteten wir dann auch.
Am anderen
Morgen wollten wir Phil eigentlich beim Surfen zuschauen, doch leider hatte der
Wind über Nacht gewechselt, so dass die Wellen zu steil auf das Ufer zukamen
und nicht ideal zum surfen waren. Nach den Erklärungen vom Vorabend hätten wir
ihm diese Information auch geben können.:-) Trudi wollte uns auch noch sehen,
bevor wir weiterzogen und so gingen wir nochmals bei ihnen vorbei. Da Nathi schon
lange davon träumte, ein Surfbrett von Phil zu kaufen, liessen wir uns lange
erklären, welches Brett geeignet wäre. In Australien hat er nicht eine so
grosse Auswahl an Boards, da die beiden jeweils nur für 3 Monate hier leben.
Den Rest des Jahres verbringen sie in Biarritz (Frankreich), wo er auch
arbeitet. Für mich kam ein Kauf eines Brettes nicht in Frage, da ich noch nie
auf einem stand und somit nicht mal weiss, ob mir surfen gefallen würde. Ich
hoffe, dass ich das bis nach meinen Ferien weiss.:-) Nathi entschied sich für
ein Occasionsbrett. Finnen, Transporttasche und Riemen bekam sie auch noch
dazu. Für sie braucht es von nun an also nur noch die richtigen Wellen.
Great Ocean Road Teil 3
Weiter ging es
auf der Great Ocean Road nach Kennett River zur Koala-Besichtigung. Auf einer
Seitenstrasse einen Hügel hinauf wurden wir denn auch fündig. Der nächste Halt
war in Aireys Inlet wo wir einen Leuchtturm besichtigten (natürlich nur von
aussen). Aireys Inlet ist zudem ein beliebter Ort für Drachenflieger.
Zwischen Apollo
Bay und Aireys Inlet gleicht die Great Ocean Road einer Passstrasse in der
Schweiz. Sie ist extrem schmal mit engen Kurven und Felswände säumen die
Strasse.
Great Ocean Road Teil 2
Unweit von Port
Campell befinden sich die berühmten 12 Apostel. Doch bevor wir zu denen
gelangten, sahen wir uns Loch Ard Gorge an, ebenfalls eine Bucht, in welcher
Wasser die Felsen ausgespült hatte und immer weiter aushöhlt. Kurze Zeit später
bogen wir in den Parkplatz der Aussichtsplattform für die 12 Apostel ein. Hier
war der Touristenansturm extrem gross. Die 12 Apostel sind schliesslich das
meist fotografierte Sujet von Australien. Interessant zu wissen ist, dass es
nie 12 Felsnadeln gegeben hatte, die gen Himmel ragten. Der Name wurde in den
1960er-Jahren eingeführt, um mehr Touristen anzulocken. Vorher hiessen die
Steine „Sow and Piglets, (Sau mit den Ferkeln)“. Aus der Luft oder von einem
Boot aus könne man immerhin 11 Felsnadeln sehen. Von Land aus sahen wir gerade
mal 7 „Apostel“. Nur ca. 2 Kilometer nach den „12 Aposteln“ war ein Zugang zum
Meer über eine extrem steile Treppe, die Gibson Step, die ein Landbesitzer im
19. Jh. von Hand in die Klippen gehauen hatte. Mittlerweile wurde die Treppe
durch Betonstufen ersetzt. Vom Gibson-Beach aus sind zwei „Apostel“
ersichtlich.
Weiter ging es
der Great Ocean Road entlang bis zum Cape Otway. Von anderen Touristen hörten
wir, dass dieser Abstecher lohnenswert sei. Auf dem Weg dort hin, konnten wir
Koalas beobachten, die in den Bäumen hingen. Am Cape Otway steht der älteste
Leuchtturm von Australien. Den wollten wir gerne anschauen gehen, aber oha, als
wir beim Parkplatz ankamen, sahen wir keinen Leuchtturm, jedoch ein
Touristencenter. Es bestand die Möglichkeit, eine Tour für 18.50 AUD zu buchen.
Der Leuchtturm ist tatsächlich hinter einem Hügelzug versteckt, wie wir anhand
einer Karte feststellen konnten. Vom Parkplatz aus gelangte man nach ca. 300
Meter zu einem Lookout, von wo aus wir nur die Spitze des Leuchtturms erspähen
konnten.
In Apollo Bay planten
wir, eine Surflektion zu buchen. Doch als wir ankamen, war zwar die Schule noch
offen, aber für den aktuellen Tag nichts mehr zu buchen. So ging unser Plan
nicht ganz auf. Eigentlich wollten wir auch da übernachten, aber der
Campingplatz war bereits ausgebucht. Also fuhren wir zwei Kilometer nach
Marengo zurück, die uns dann wirklich noch einen Platz hatten. Auch hier haben
wir wieder relativ viel bezahlen müssen, aber das wird wohl in dieser Region die
Regel bleiben.
Dienstag, 12. Februar 2013
Vom Inland wieder zur Küste
Von Hamilton aus
wollten wir Richtung Süden zur Great Ocean Road. Da es in Port Ferry eine
schöne Insel habe, die über eine Fussgängerbrücke zugänglich sei, machten wir
einen Abstecher dorthin. Weiter gings Richtung Warnambool, dem Anfang der Great
Ocean Road. In Warnambool hielten wir nur aus einem Grund an; wir wollten im
einem Elektrogeschäft ein Böxli kaufen gehen. Leider kann über das Radio des
Motorhomes kein iPhone angeschlossen werden und nebst dem Motorengeräusch ist
die Musik kaum hörbar direkt aus den Lautsprechern des iPhones. Natürlich
wurden wir fündig und von nun an verstanden wir die Lieder einwandfrei.
Weiter ging es
auf der Great Ocean Road zum Bay of Island. Felsformationen, die ständig
ändern, da sie vom wilden Meer ausgewaschen werden. Die Farben waren einmal
mehr eindrücklich, rot-beige Steine, klares blaues Wasser und dazu noch das
grün von etlichen Pflanzen. Weiter ging es zu London Bridge. Wer vor 1990 dort
war, sah einen Felsen, der zwei Tunnel hatte. In der Zwischenzeit ist jedoch
die eine Brücke eingestürzt und so ist heute eine Insel mit einem Tunnel zu
bestaunen. Nur wenig weiter von London Bridge ist die Sehenswürdigkeit The
Arch. Ein Stein, der ebenfalls vom Wasser unterspült wird und dadurch einen
Bogen entstanden ist. Das Wasser des Süd Ozean ist auf der ganzen Küstenseite
ziemlich rau. Der einzige Badestrand bietet Port Campbell. Dies war auch unser
Etappenziel. Wir checkten auf dem Campingplatz ein und erschraken ab dem Preis.
Wir müssen wirklich sagen, dass dieser Campingplatz mit der genau gleichen
Ausrüstung wie die anderen, sage und schreibe, doppelt so viel kostete. Nichts
desto trotz reservierten wir eine Nacht. Als wir uns später auf den Weg ins
Dorf machten und ein Restaurant am Beach suchten, wurden wir uns auch bewusst,
warum dies der einzige Badestrand ist. Er ist ca. 100 Meter in einer Bucht
versteckt. Im Rocks Cafe Bar, dem einzigen Restaurant mit Sicht auf die Bucht,
genossen wir einen Kaffee mit Brownies.
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